Schweiz. Rottweilerhunde-Club (SRC)

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Der Schweizerische Rottweilerhunde-Club SRC, gegründet 1921, bezweckt die Förderung der Reinzucht des Rottweilers und die Verbreitung desselben als Gebrauchs- und Familienhund. Der SRC führt deshalb Wesensprüfungen und Körungen durch und bildet dazu die nötigen Richter aus. Regelmässig werden an Internationalen Hundeausstellungen Rottweilerhunde von unseren Richtern beurteilt. Ebenso stehen mehrere Funktionäre sowie unser Hauptzuchtwart mit seinen Helfern, den Züchtern und den Rottweilerhundehaltern mit Rat und Tat bei. Jedes Jahr, im Frühling, wird durch den SRC eine Hündelertrainingswoche organisiert. Als Rasseclub des SKG führen wir immer im Frühjahr und Herbst eine Leistungsprüfung für Rottweilerhunde durch. Ebenfalls nehmen jeweils ein paar Hundeführer wir mit unseren Hunden jedes Jahr an der Schweizermeisterschaft SM 5 R und an der Weltmeisterschaft Internationale Föderation Rottweiler IFR teil. Ebenso wird interessierten Rottweilerhaltern Gelegenheit geboten, sich einer Regionalgruppe anzuschliessen, um dort unter Gleichgesinnten den Hundesport auszuüben. Seit 1963 führen wir jährlich drei bis vier Zuchttauglichkeitstage durch. Diese beinhalten jeweils einen Wesenstest für Rottweiler ab 12 Monaten. Die Zuchttauglichkeitsprüfung ist bestimmt für Rottweiler ab 18 bzw. 24 Monaten. Seit ca. zwei Jahren bieten wir eine Verhaltensbeurteilung für alle Hunde ab 12 Monaten an, also auch für papierlose Hunde. Die dem SRC angeschlossenen Rottweilerzüchter unterstehen unseren strengen Zuchtbestimmungen. Sie erhalten für ihre Welpen den Stammbaum der SCHWEIZERISCHEN KYNOLOGISCHEN GESELLSCHAFT (SKG), welche die einzige schweizerische Abstammungsurkunde ist, die international durch die FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE (FCI) anerkannt ist. Nur sie alleine garantiert für die Rassenreinheit des Hundes. Der SRC zählt heute ca. 450 Mitglieder, welche unter dem Präsidium von Walter Frei geleitet werden. Dem SRC sind fünf Ortsgruppen angeschlossen (Regionalgruppen: Zürich, Ostschweiz, Mittelland, Tessin und Schaffhausen). Der Züchterbestand beläuft sich gegenwärtig auf fünf aktive Züchter. Der SRC ist heute wie früher bestrebt, die Rottweilerrasse rein zu erhalten, damit sie nichts von ihren ursprünglichen, vorzüglichen Eigenschaft verliert.

Der Schweizerische Rottweilerhunde-Club

Der SRC zählt heute mehr als 550 Mitglieder, welche unter dem Präsidium von Walter Frei geleitet werden. Dem SRC sind 6 Ortsgruppen angeschlossen (Regionalgruppen: Zürich, Romand, Ostschweiz, Mittelland, Tessin und Schaffhausen). Der Züchter-bestand beläuft sich gegenwärtig auf 10 aktive Züchter. Der SRC ist heute wie früher bestrebt, die Rottweilerrasse rein zu erhalten, damit sie nichts von ihren ursprünglichen, vorzüglichen Eigenschaft verliert.

Die Historie des Rottweilers

Der Wolf mit all seinen Erscheinungsformen ist als Stammvater aller Haushunde anzusehen. Dabei ist es kaum vorstellbar, dass der kleine Chihuahua und der mächtige Mastiff den gleichen Urahn haben. Denken wir jedoch daran, was allein in den letzten ca. 100 Jahren an Vielfalt unter den Hunden in der Rassehunde-zucht entstanden ist, fällt uns die Vorstellung von grossen und kleinen Hunden, die alle aus dem Wolf als Ur-Vater stammen sollen, leichter.

Man geht heute davon aus, dass Mensch und Hund seit ca. 15000 Jahren zusammenleben. Über die Herkunft des Rottweilers bestehen die verschiedensten Ansichten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die besondere Eignung des Rottweilers in dem Treiben von Vieh bestand und offensichtlich diese Tätigkeit in der zurückliegenden Zeit hauptsächlich ausgeführt wurde, sind die Urahnen unserer Rottweiler in den damaligen römischen Legionen zu finden. Die Römer setzten Hunde als Herden und Treibhunde ein. Diese Hunde beschützten die Menschen und das Vieh. Noch heute kann man den Verlauf der alten römischen Heerstrassen, wovon eine dieser Strassen über die Alpen in die Richtung des Bodensees führte, nachvollziehen, da das Strassennetz des römischen Weltreichs sehr eingehend erforscht ist. Nun, man gelangte in das Gebiet der heutigen Stadt Rottweil, der Stadt also, die unserem Hund den Namen gab.

Rottweiler Rottweiler

Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden die römischen Hunde mit bodenständigen Hirtenhunden verschiedener Arten gepaart. Im Verlauf von mehreren Jahrzehnten wurden diese Hunde auf Lebenstüchtigkeit, Intelligenz, Ausdauer und Treibeigenschaften gezüchtet. Sie wurden somit unentbehrliche Helfer der Viehhändler und Metzger. Wie schon erwähnt, war dieser Hund am häufigsten in und um die damalige Reichsstadt Rottweil verbreitet und so erhielt er im Mittelalter den Namen Rottweiler.

Wenn die Hunde in Rottweil in so hoher Wertschätzung standen, so hatte dies wohl vor allen seinen Grund darin, dass sie sich vielfach als Hüte und Treibhunde bewährten.

Rottweil war im 19. Jahrhundert ein ausgesprochenes Viehhandels-Zentrum, von wo Rinder und Schafe vor allem in den Breisgau, ins Elsass und ins Neckartal getrieben wurden. Bei solchen Herdenzügen benötigte man zu Zeiten, wo es Räuber oder Wölfe gab und weite Landstriche kaum besiedelt waren, kräftige, ausdauernde, ruhige und kluge Hunde. Ein richtiger Metzger aus Rottweil und Umgebung hatte gewöhnlich gleich mehrere Rottweiler, denn in den Händen der Metzger lag der Viehhandel hauptsächlich.

Nun, im Laufe der Zeit wurde das Vieh durch Aufkommen der Eisenbahn und anderer Fahrzeuge auf andere Art transportiert und der Rottweiler seiner damals so nützlichen Aufgabe entledigt.

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erinnerte man sich an die hervorragenden Charaktereigenschaften des Rottweilers. Der hohe Gebrauchswert dieser Rasse wurde im Polizeidienst erprobt, und im Jahre 1910 wurde der Rottweiler als Polizeihunderasse anerkannt.

Damals wie heute ist der Mensch von dieser Hunderasse fasziniert. Seine Treue sowie Fleiss, Führigkeit und Gelassenheit stellen den Gebrauchswert dieser Hunderasse unter Beweis.

Auch als Familienhund ist der Rottweiler bei fachgerechter Zucht und Aufzucht sowie Sozialisierung innerhalb der Familie ein verlässlicher und treuer Freund. Wie beim Menschen beginnt auch beim Hund die Erziehung und Sozialisierung beim Kind beziehungsweise Welpen. Jeder Rottweiler im Welpenalter ist bereit zu lernen, sich ein- und unterzuordnen, sich also seinem Rudel anzupassen. Er wird also vielfach von seiner Umwelt geprägt. Eine richtige Erziehung führt zu Freundschaft. Falsche, lieblose Dressur wird den Hund und somit das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund für immer verderben. Der Mensch ist also in erster Linie dafür verantwortlich, was aus unserem Rottweiler wird!

Dieses betrifft Zucht, Ausbildung, Gesundheit und Zusammenleben!

Für den Schweizerischen Rottweilerhundeclub verdeutlichen mehr als 85 Jahre Zuchtüberwachung, Kompetenz und Verpflichtung zugleich, diese Deutsche Hunderasse und Kulturgut Rottweiler zu erhalten und zu verbessern. Durch strengste Zuchtauswahl, die wir immer wieder den neuen Herausforderungen und Umwelteinflüssen anpassen, versucht der SRC die Qualität unseres Rottweilers weiter zu verbessern. Oberstes Ziel unserer Zucht muss die Gesundheit unseres Hundes sein. Ausdruck der Gesundheit sind die psychische und physische Belastbarkeit unserer Hunde.

Das Zuchtziel heisst mehr denn je "der gesunde und im Verhalten selbstsichere und freundliche Gebrauchs- und Familienhund, verbunden mit bester Form und Leistung".

Zu jeder Zeit hat der Rottweiler die Menschen fasziniert, der SRC hofft, dass der Rottweiler weitere Freunde gewinnt und die bestehenden Liebhaber unserer Rasse neu begeistert werden.

Die Rassekennzeichen des Rottweilers

Ziel der Rottweilerzucht ist ein harmonischer, fest und stark gebauter, den Rassekennzeichen entsprechender Begleit-, Blinden-, Dienst-, Gebrauchs- und Familienhund von höchster körperlicher und charakterlicher Leistungsfähigkeit. Das Streben unserer Züchter ist stets darauf gerichtet, die Rasse nicht nur zu vermehren, sondern Form und Wesen auf breiter Basis zu erhalten und zu festigen.

Unter Rassekennzeichen versteht man die durch den berechtigten Zuchtverein erarbeitete Zusammenstellung von Merkmalen und Eigenschaften, die jeder Hund dieser Rasse möglichst ausgeprägt aufweisen soll. Dabei legt man das erstrebenswert erscheinende Idealbild, den sogenannten Musterhund (Rasse-Standard), zugrunde. Zuständig für die Festlegung und Ergänzung der Rassekennzeichen ist der Zuchtverein des Landes, dem der Ursprung der Rasse zuerkannt worden ist. Beim Rottweiler ist das der: ADRK e.V. (Allgemeiner Deutscher Rottweiler-Klub).

Alle übrigen Länder, soweit sie der Fédération Cynologique Internationale (FCI) angehören oder mit diesem Verband in Vereinbarung stehen, sind verpflichtet, die Rassekennzeichen des Ursprungslandes einzuhalten, wodurch eine weitgehende Gewähr für übereinstimmende Zucht-, Beurteilungs- und Bewertungsmassstäbe gegeben ist. Der ADRK schickt den Kennzeichen folgenden Leitsatz voraus:

Die Rottweilerzucht erstrebt einen kraftstrotzenden Hund, schwarz mit rotbraunen, klar abgegrenzten Abzeichen, der bei wuchtiger Gesamterscheinung den Adel nicht vermissen lässt und sich als Begleit-, Blinden-, Dienst-, Gebrauchs- und Familienhund in besonderem Masse eignet.

Die Rutenhaltung des Rottweilers

Werte/r Rottweilerfreund/in, seit dem 01.06.1997 werden von den Züchtern des SRC nur noch unkupierte Rottweilerwelpen gezüchtet. Hier sehen Sie einige Varianten der Rutenhaltung.

Rottweiler Rute Rottweiler Rute
Rottweiler Rute Rottweiler Rute

Der Standard des Rottweilers

Ursprungsland: Deutschland

Verwendung: Begleit- Schutz- und Gebrauchshund

Klassifikation F.C.I.:

Gruppe II (Schnauzer und Pinscher, Molosser und Schweizer Sennenhunde)

Sektion 2.1 Molosser, doggenartige Hunde.

Mit Arbeitsprüfung.

F.C.I - Standard Nr. 147

Da der STANDARD ( Erscheinungsbild des Rottweiler ) schon mehrmals geändert wurde (1901,1913,1914,1921 etc.), kann nur davon ausgegangen werden, wie er HEUTE aussehen soll.


Allgemeines Erscheinungsbild

Der Rottweiler ist ein mittelgroßer bis großer, stämmiger Hund, weder plump noch leicht, nicht hochläufig oder windig. Seine im richtigen Verhältnis stehende, gedrungene und kräftige Gestalt lässt auf große Kraft, Wendigkeit und Ausdauer schließen.

Wichtige Maßverhältnisse (Proportionen):

Das Mass der Rumpflänge, gemessen von der Spitze des Brustbeins bis zum Sitzbeinhöcker, sollte dasjenige der Widerristhöhe höchstens um 15% überschreiten.

Verhalten / Charakter (Wesen):

Von freundlicher und friedlicher Grundstimmung, kinderliebend, ist er sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Seine Erscheinung verrät Urwüchsigkeit; sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest und uner- schrocken. Er reagiert mit hoher Aufmerksamkeit gegenüber seiner Umwelt.

Kopf

Oberkopf + Schädel: Mittellang, zwischen den Ohren breit, in der Stirnlinie, seitlich gesehen, mäßig gewölbt. Hinterhauptstachel gut entwickelt, ohne stark hervorzutreten. Stop: Stirnabsatz ausgeprägt.

Gesichtsschädel

Nasenschwamm: Nasenkuppe gut ausgebildet, eher breit als rund, mit verhältnismäßig großen Öffnungen, stets von schwarzer Farbe.
Fang: Er sollte im Verhältnis zum Oberkopf weder gestreckt noch verkürzt wirken. Nasenrücken gerade, mit breitem Ansatz und mäßiger Verjüngung Lefzen: Schwarz, fest anliegend, Lefzenwinkel geschlossen, Zahnleiste möglichst dunkel.
Kiefer / Zähne: Kräftiger, breiter Ober- und Unterkiefer. Zähne stark und vollständig (42 Zähne); die oberen Schneidezähne greifen scherenartig über die des Unterkiefers.
Backen: Jochbogen ausgeprägt.
Augen: Mittelgroß, mandelförmig, von tiefbrauner Farbe; Lider gut anliegend.
Ohren: Mittelgroß, hängend, dreieckig, weit voneinanderstehend, hoch angesetzt. Der Oberkopf erscheint bei nach vorn gelegten, gut anliegenden Ohren verbreitert.
Hals: Kräftig, mäßig lang, gut bemuskelt, mit leicht gewölbter Nackenlinie, trocken, ohne Wamme oder lose Kehlhaut.

Körper

Rücken: Gerade, kräftig, stramm.
Lenden: Kurz, kräftig und tief.
Kruppe: Breit, von mittlerer Länge in leichter Rundung verlaufend, weder gerade noch stark abfallend.
Brust: Geräumig, breit und tief (ca. 50 % der Widerristhöhe), mit gut entwickelter Vorbrust und gut gewölbten Rippen.
Bauch: Flanken nicht aufgezogen.
Rute: Naturbelassen, waagrecht in Verlängerung der Rückenlinie, im Ruhezustand auch hängend

Gliedmaßen

Vorderhand: Allgemeines: Die Vorderläufe sind von vorn gesehen gerade und nicht eng gestellt. Die Unterschenkel stehen, seitlich gesehen, gerade. Die Neigung des Schulterblattes zur Waagerechten ist etwa 45 Grad.
Schultern: Gut gelagert.
Oberarm: Gut am Rumpf anliegend.
Unterarm: Kräftig entwickelt und bemuskelt.
Vordermittelfuß: leicht federnd, kräftig, nicht steil.
Vorderpfoten: Rund, Zehen eng aneinanderliegend und gewölbt; Ballen hart; Krallen kurz, schwarz und stark.

Hinterhand

Allgemeines: Von hinten gesehen sind die Hinterläufe gerade, nicht eng gestellt. Im zwanglosen Stand bilden Oberschenkel zum Hüftbein, Oberschenkel zum Unterschenkel und Unterschenkel zum Mittelfuß einen stumpfen Winkel.
Oberschenkel: Mäßig lang, breit und stark bemuskelt.
Unterschenkel: Lang, kräftig und breit bemuskelt, sehnig.
Sprunggelenk: kraftvoll, gut gewinkelt, nicht steil.
Hinterpfoten: Etwas länger als die Vorderpfoten; Zehen stark, ebenso eng aneinanderliegend, gewölbt.
Gangwerk: Der Rottweiler ist ein Traber. Der Rücken bleibt fest und relativ ruhig. Der Ablauf der Bewegung ist harmonisch, sicher, kraftvoll und ungehemmt, bei guter Schrittweite.
Haut: Die Kopfhaut liegt überall straff an und darf bei hoher Aufmerksamkeit leichte Stirnfalten bilden.

Haarkleid

Haar: Bestehend aus Deckhaar und Unterwolle = Stockhaar. Deckhaar mittellang, derb, dicht und straff anliegend; die Unterwolle soll nicht aus dem Deckhaar hervortreten. An den Hinterläufen ist die Behaarung etwas länger.
Farbe: Schwarz mit gut abgegrenzten Abzeichen (Brand) von satter, rotbrauner Färbung an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen sowie über den Augen und unter der Rutenwurzel.

Größe und Gewicht

Widerristhöhe: Für Rüden 61 bis 68 cm. 61 bis 62 cm klein / 63 bis 64 cm mittelgroß / 65 bis 66 cm groß = richtige Größe / 67 bis 68 cm sehr groß Gewicht: ca. 50 kg
Widerristhöhe: Für Hündinnen 56 bis 63 cm / 56 bis 57 cm klein / 58 bis 59 cm mittelgroß / 60 bis 61 cm groß = richtige Größe / 62 bis 63 cm sehr groß Gewicht: ca. 42 kg

Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Gesamtbild: Leichte, windige, hochläufige Gesamterscheinung; schwache Knochen und Muskeln.
Kopf: Jagdhundkopf; schmaler, leichter, zu kurzer, langer, plumper Kopf; flache Stirnpartie (fehlender oder zu geringer Stop).
Fang: Langer oder spitzer Fang, Ramsnase (konvexer) oder eingesunkener (konkaver) Nasenrücken; abfallender Nasenrücken (Adlernase); helle oder gefleckte Nasenkuppe.
Lefzen: Nicht straff schließende, rosafarbene oder fleckige Lefzen, offener Lefzenwinkel.
Kiefer: Schmaler Unterkiefer.
Gebiss: Zangengebiss
Backen: Stark hervortretend.
Augen: Helle, tiefliegende, zu volle sowie runde Augen; schlaffe Augenlider.
Ohren: Zu tief angesetzte, schwere, lange, schlappe, zurückgeklappte sowie abstehende und ungleichmäßig getragene Ohren.
Hals: Zu langer, dünner, schwach bemuskelter Hals; Wamme oder zu lose Kehlhaut.
Körper: Zu lang, zu kurz, schmal.
Rücken: Zu langer, schwacher oder eingesenkter Rücken, Karpfenrücken.
Kruppe: Abschüssige Kruppe, zu kurz, zu gerade oder zu lang.
Brust: Flachgerippter Brustkorb, tonnenförmige Brust, Schnürbrust.
Rute: Zu hoch oder zu tief angesetzte Rute.
Vordergliedmaßen: Eng gestellte oder nicht gerade Vorderläufe; steile Schulter; fehlender oder mangelnder Ellenbogenanschluss; zu langer, zu kurzer oder steiler Oberarm, weicher oder steiler Vordermittelfuß; Spreizpfoten; zu flache oder zu stark gewölbte Zehen, verkümmerte Zehen; helle Krallen.
Hintergliedmaßen: Flachschenkelige, hackenenge, kuhhessige oder fassbeinige Läufe; zu eng oder zu weit gewinkelte Gelenke; Afterkrallen.
Haut: Kopfhaut faltig.
Haar: Weiches, zu kurzes oder langes Haar, Wellhaar; Fehlen der Unterwolle.
Haarfarbe: Missfarbene, unklar abgegrenzte, zu ausgedehnte Abzeichen.

Ausschließende Fehler:

Allgemeines: Betonte Umkehrung des Geschlechtsgepräges (Hündinnentyp bei Rüden und umgekehrt).
Gebiss: Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss; Hunde mit fehlendem Incisivus (Schneidezahn), Caninus (Eckzahn), Prämolar oder Molar (Backenzähne)
Augen: Entropium, Ektropium, gelbe Augen, verschiedenfarbige Augen.
Rute: Knickrute, eingerollte, stark seitlich zur Rückenlinie getragene Rute
Haar: Ausgesprochen lang- und wellhaarige Tiere.
Haarfarbe: Farbe des Haarkleides abweichend von den für den Rottweiler standardgemäßen Farben schwarz mit braunen Abzeichen, weisse Flecken.
Verhalten: Ängstliche, scheue, feige, schussscheue, bösartige, übertrieben misstrauische, nervöse Tiere.
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

Die Anatomie des Rottweilers

Die Körperteile des Rottweilers

1. Nasenkuppe; 2. Fang; 3. Backe; 4. Jochbogen; 5. Kinnspitze; 6. Lefzenwinkel; 7. Kiefergelenk; 8. Nasenrücken; 9. Stirnabsatz - Stop; 10. Schädel; 11. Hinterhaupt-stachel; 12. Ohr; 13. Nacken; 14. Wamme; 15. Kehle; 16. Brustbeinspitz; 17. Vorbrust; 18. Widerrist; 19. Schulter; 20. Oberarm; 21. Oberarmgelenk; 22. Unterbrust; 23. Rücken; 24. Lende; 25. Flanke;26. Kruppe; 27. Rute; 28. Becken; 29. Sitzbeinhöcker; 30. Keule; 31. Oberschenkel; 32. Knie; 33. Unter-schenkel; 34. Ferse; 35. Sprunggelenk; 36. Hintermittelfuss; 37. Pfote; 38. Afterkralle; 39. Krallen; 40. Karpalballen; 41. Vordermittelfuss; 42. Vor-dermittelfussgelenk; 43. Unterarm; 44. Ellbogen

Das Skelett des Rottweilers

1. Schädel; 2. Hinterhauptbein; 3. Halswirbel; 4. Brustwirbel; 5. Lendenwirbel; 6. Kreuzbein; 7. Schwanzwirbel; 8. Becken; 9. Oberschenkel; 10. Kniegelenk; 11. Schienbein; 12. Wadenbein; 13. Fusswurzelgelenk; 14. hinterer Mittelfuss-knochen; 15. Zehenglieder; 16. Penisknochen;17. Rippen; 18. Elle; 19. Speiche; 20. Handwurzelgelenk; 21. Mittelhandknochen; 22. Ellbogen; 23. Oberarm; 24. Schultergelenk; 25. Schulterblatt; 26. Unterkiefer

Das Skelett ist das von den Muskeln bewegte, gelenkige Knochengerüst, das die Weichteile stützt und auch das Zentralnervensystem schützt.

Die Knochen sind lebendige Organe, deren Form, Struktur und Zusammensetzung sich das ganze Leben hindurch verändern. Sie haben die Aufgabe, Mineralstoffe zu speichern und Blut zu bilden. Das Axialskelett besteht aus Schädel und Wirbelsäule; die Gliedmassen nennt man Ansatzskelett.

Die Knochen gehören vier Kategorien an:

  • den langen Knochen (die der Gliedmassen wie das Oberarmbein oder der Oberschenkelknochen)
  • den flachen Knochen (Schulterblätter, bestimmte Schädelknochen)
  • den kurzen Knochen (Wirbel) und schliesslich
  • den Sesambeinen, die meist verknöcherte Sehnenteile an den Gliedmassen sind.
Die Wirbelsäule des Hundes setzt sich aus 7 Halswirbeln, 13 Brustwirbeln, 7 Lendenwirbeln, 3 Kreuzwirbeln, die nach der Geburt zum Kreuzbein verwachsen, und 20-23 Schwanzwirbeln zusammen.

Die Rippen sind mit den Brustwirbeln verbunden und schliessen am unteren Ende an das Brustbein an.

Das Kopfskelett besteht aus zwei Knochenkomplexen: aus den Hirnschädel-knochen, die das Gehirn umhüllen, und aus den Angesichtsknochen um Mund- und Nasenhöhle, deren Grösse je nach Rasse stark variiert.

Die Gliedmassen sind mit dem Axialskelett durch Gürtel verbunden. Der Schultergürtel wird auf beiden Seiten des Körpers nur durch jeweils ein Schulterblatt gebildet, denn der Hund, wie auch andere schnell laufende Tiere, hat kein Schlüsselbein.
Der Beckengürtel befestigt die Hintergliedmassen am Rumpf und ist über die Kreuzwirbel mit der Wirbelsäule verbunden.

An der Vordergliedmasse wird der Arm vom Oberarmbein, der Unterarm von Elle und Speiche gestützt; die Hand wird aus der Handwurzel, der Mittelhand und fünf Fingern gebildet; die Finger haben je drei Glieder mit Ausnahme des Daumens, der nur zwei hat.

Die Beckengliedmasse umfasst den Oberschenkel, gestützt vom Oberschenkelbein, den Unterschenkel mit dem Schienbein und dem Wadenbein und schliesslich den Fuss, der aus der Fusswurzel, den vier Mittelfussknochen und vier Zehen mit je drei Gliedern gebildet wird. Der Hund ist ein Zehengänger: Er tritt mit allen drei Zehengliedern, die durch Hand- bzw. Fussballen geschützt sind, auf. Beim Laufen werden die Gelenke abwechselnd gestreckt und gebeugt. In der Ruhestellung bilden die verschiedenen Teile der Gliedmassen nicht eine gerade Linie, sondern sind gewinkelt. Je steiler die Winkelung der Gelenke, desto höher die Laufgeschwindigkeit, die der Hund erreichen kann.

Die Gelenke

Die Gelenke sind die mit Knorpel bedeckten und mit Gelenkschmiere befeuchteten Verbindungen zwischen den Skeletteilen.
Sie werden von einer fasrigen Hülle, der Gelenkkapsel, umgeben, die von Bändern verstärkt wird.
Muskeln und Sehnen geben dem Ganzen Festigkeit.

Man unterscheidet verschiedene Arten von Gelenken: straffe, wie zwischen Darmbein und Kreuzbein, bewegliche und einachsige Gelenke.
Die beweglichen Gelenke sind die der Gliedmassen. Die einachsigen Gelenke sind, wie der Name andeutet, nur begrenzt beweglich.
Sie können - wie z. B. das erste Zehengelenk - nur beugen und strecken.

Der Schädel

Bei Hunden unterscheidet man drei Grundformen des Schädels:
Hunde mit langer Schnauze wie Collie (Schottischer Schäferhund), Afghanischer Windhund, Dobermann und Foxterrier. Rundköpfige, stupsnasige Rassen wie Mops, Bulldogge und Pekinese (sog. Apfelkopf). Hund mit normal langer Schnauze. In diese Gruppe fallen alle anderen, die nicht einer der ersten beiden Kategorien angehören, so auch der Rottweiler.

Teile des Schädels

Die äusseren Kopfmerkmale passen sich Form und Typ des Schädels an. Die Augen liegen in den Augenhöhlen rechts und links vom Jochbeinbogen. Dieser wiederum beherrscht die ganze Breite des Schädels und ist je nach Hunderasse unterschiedlich. Langschnäuzige Hunde haben einen relativ geraden Joch-beinbogen, während derjenige von kurzschnäuzigen Hunden stärker gebogen ist.

Der Kiefer

Die Form des Kiefers ist bei den verschiedenen Rassen sehr unterschiedlich. Die offiziellen Rassestandards stellen gewisse Richtlinien für das Gebiss eines jeden Hundes auf. Die Kiefermuskeln sind sehr kräftig. Man sagt, dass eine Promenadenmischung von 20 kg eine Beisskraft von 165 kg hat; beim Menschen beträgt der Durchschnittswert des Gebissdruckes 20 bis 30 kg.

Schädeldecke

Der obere Teil des Hundekopfes beherbergt das Gehirn und unterscheidet sich ebenfalls stark je nach Rasse. Beim Chihuahua wurde über viele Jahre der Zuchtauswahl ein hochgewölbter Kopf herausgebildet. Leider hat dies dazu geführt, dass viele Tiere mit vererbbaren Gehirnfehlern oder einem Wasserkopf geboren werden.

Der Stop oder Stirnabsatz

Hier geht die Stirn in das Nasenbein über. Einige Rassen , etwa der Boxer, oder auch unser Rottweiler müssen laut Zuchtstandards einen stark ausgebildeten Stop haben, andere wiederum nicht (Greyhound oder Bullterrier). Auf der Rückseite der Schädeldecke schliesst sich das Hinterhauptbein an, das beispielsweise beim Bassett sehr stark ausgebildet ist. Dieses Merkmal tritt bei Junghunden erst im Alter von neun bis zehn Wochen.

Das Gehirn

Das Hundehirn unterscheidet sich von dem des Menschen vor allem im Grosshirn; der Mensch hat bedeutend mehr graue Zellen als ein Hund. Obwohl beide ihre Körperfunktionen und Bewegungen koordinieren und kontrollieren müssen, tut dies der Mensch mit mehr Verstand. Das Wichtigste am Hundehirn sind die Sinne und das "Wiedererkennen"; für das eigentliche Denken ist kaum Platz. Einem Hund kann man beibringen, ein Fünffrankenstück wiederzuerkennen, aber er wird niemals den Sinn des Geldes verstehen. Eine grosse Hunderasse wie der Bernhardiner, der ungefähr genauso viel wiegt wie ein Mensch, hat im Vergleich nur ein Gehirngewicht von 15%. Dabei hat aber jener Teil des Gehirns, der für den Geruchssinn zuständig ist, 40 mal so viele Zellen wie der vergleichbare Teil im menschlichen Gehirn.

Entwicklung und Aufbau des Hundegebisses

Die Zähne werden mit folgenden Fachbegriffen bezeichnet: Incisivus (Schneidezahn), Caninus (Eckzahn), Prämolaren (vordere Backenzähne), Molaren (hintere Backenzähne). Der Reisszahn ist der mächtigste Backenzahn. Im Oberkiefer ist es der vierte Prämolar (P4), im Unterkiefer der erste Molar (M1).

Die Entwicklung des Zähne beginnt im Foetus mit der Anlage der Milchzähne. Die Welpen werden ohne Zähne geboren. Die ersten Milchzähne stossen im Alter von 2-4 Wochen durch. Nach rund 2 Monaten ist der Durchbruch abgeschlossen. In dieser Zeit werden auch die bleibenden Zähne im Kieferknochen angelegt. Diese lösen beim Nachstossen die Wurzeln der ihren Platz einnehmenden Milchzähne langsam auf und verdrängen sie. Von den Milchzähnen bleiben dann nur noch die Krone und Teile der Wurzel, bis sie dann ausfallen. Der Wechsel der Zähne ist mit rund 7 Monaten abgeschlossen. Nicht alle Zähne haben zwei Generationen. Molaren haben keine Milchzähne, sondern stossen direkt als bleibende Zähne durch. Eine Besonderheit ist der erste Prämolar, der ebenfalls nicht gewechselt wird. Fachleute streiten sich, ob es sich um einen Milch- oder um einen bleibenden Zahn handelt.

Hunde haben bei voll entwickeltem Gebiss 26 Milchzähne und 40 bleibende Zähne. Bei kurzschädligen Hunden können einzelne Prämolaren fehlen. Sie haben im kürzer gewordenen Kiefer keinen Platz mehr oder sind quer- statt längsgestellt

Durchbruch und Wechselzeiten der Hundezähne:

Zahn Bezeichnung Durchbruch des Milchzahns Durchbruch der bleibenden Zähne
Incisivus Schneidezahn I1, I2, I3 4 - 6 Wochen 3 - 5 Monate
Caninus Eckzahn C 3 - 5 Wochen 5 - 7 Monate
Prämolaren P1 P2, P3, P4 - 5 - 6 Wochen 4 - 5 Monate 5 - 6 Monate
Molaren M1, M2, M3 - 4 - 7 Monate

Die Verantwortung ? ein Gebrauchshund zu besitzen!

Was ist ein Gebrauchshund ?

Der Gebrauchshund ist ein leistungsfähiger Arbeitshund. Er kann und sollte auf Grund seiner Triebqualitäten und seiner Konstitution vom Menschen für verschiedene Aufgaben ausgebildet und genutzt werden. Der Gebrauchshund ist ein Wert an sich. Ihn und seine genetischen Ressourcen zu erhalten, gehört zur Pflege des Kulturgutes.

Als solcher wird er mit seinem angeborenen Verhaltensweisen und Fähigkeiten vom Menschen zur Unterstützung seiner eigenen Arbeit benutzt. Damit nimmt der Mensch sich das Recht , über den Hund zu verfügen. Von Anbeginn der Umzüchtung vom Wolf zum Haushund war dies ein wesentlicher Beweggrund des Menschen, das Zusammenleben mit dem Hund einzugehen. Dies kommt dem Tier in der Weise zugute, dass es die Möglichkeit bekommt, seine trieblichen Fähigkeiten auszuleben.

Der Gebrauchshund besitzt die erforderlichen Voraussetzungen zur Ausbildung. Diese müssen nicht zwingend ausgeschöpft werden. Bei einer Funktion als reiner Gesellschafts- und Begleithund muss ihm neben der notwendigen Erziehung Gelegenheit gegeben werden, sich ausreichend auszuleben. Mit dem Recht, über den Hund zu verfügen, hat der Mensch Verantwortung übernommen. Er muss ihn so halten und ausbilden, dass der Hund die jeweiligen Aufgaben im Sinne des ethischen Tierschutzes erfüllen kann.

Ein Hund, der keine Möglichkeit hat, etwas zu lernen und seine angeborenen Fähigkeiten auszuleben, der stumpft ab, verkümmert seelisch und ist eine bedauernswerte Kreatur.

EBERHARD TRUMLER